Vom Zuckerweib zur Honigbiene

Meine Ernährungs-Leidensgeschichte

Ich habe ja bereits angekündigt, dass ich euch meine (schmerzhafte) Ernährungsgeschichte weiter erzählen möchte, was ich nun mit der Geschichte „Vom Zuckerweib zur Honigbiene“ auch tun will. 

Es begann im Jahr 2014. Eines Morgens bin ich aufgewacht und spürte noch im Bett, dass mit meinen Augen etwas nicht stimmen kann. Der erste Blick in den Spiegel trieb mir fast die Tränen in Dieselben. Was ist denn das? Die Haut um meine Augen war total gerötet, gereizt, angeschwollen und hat furchtbar weh getan.

Diesen Anblick hatte ich in den nächsten Wochen fast täglich und ich traute mich kaum mehr aus dem Haus. Und wenn ich doch mal rausgegangen bin, dann habe ich die wunden Stellen natürlich geschminkt und abgedeckt, was der Sache natürlich überhaupt nicht dienlich war und ich sah danach meist aus, als hätten mich die Klitschko-Brüder stundenlang im Ring malträtiert.

Hautarzt war ratlos

Es begann eine endlose Odyssey von Hautarzt zu Hautarzt, von Kortisonsalbe zu Kortisonsalbe. Ein Allergietest jagte den anderen. Teilweise konnte ich mir die Haut um die Augen schichtweise abziehen wie bei einer Schlange, die sich häutet. Mit dem kleinen Unterschied, dass eine Schlange das nicht täglich tut. Teilweise war die Haut um meine Augen so dünn wie Pergamentpapier und ich hatte Angst, dass irgendwann das pure Fleisch zum Vorschein kommen würde. 

Ich hatte mittlerweile unzählige Hautarzt-Termine hinter mir und das Fazit war: „Liebe Frau Bröckel, damit müssen Sie wohl leben!“ „Das kann nicht sein“, dachte ich mir und begann selbst im Internet intensiv zu recherchieren. Ich habe mich in zahlreiche Foren und Blogs eingelesen und bin dabei immer wieder auf ein Thema gestoßen – die Ernährung! Was wollen die denn jetzt von mir? Gesunde Ernährung, das mache ich doch eh schon, Gemüse, Vollkorn, Obst, das ist doch alles nichts Neues für mich.

Mein Leben war so „süß“ – ich werde zur „Honigbiene“

Jetzt muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich mein ganzes Leben lang schon eine ziemliche „Zuckermaus“ war. Man konnte nicht sagen, dass ich je dick war, aber Lakritzschnecken, Kekse aller Art und Schokolade gehörten neben all dem Gemüse und Obst zu meinen Grundnahrungsmitteln.

Auf Drängen einiger Freundinnen habe ich parallel zu meinen eigenen Forschungen noch einen Heilpraktiker aufgesucht. Ich dachte immer, das wären nur „Globuli-Mixer“ mit wenig medizinischem Verstand, aber ich muss zugeben, dieser Mann hat es drauf. Wenn die klassische Schulmedizin und die Homöopathie besser miteinander könnten, dann wäre das eine tolle Kombination. Aber das ist ein anderes, abendfüllendes Thema.

Ein radikaler Schnitt

So kam es also, dass ich mir mehr und mehr Gedanken über meine Ernährung machte und ob denn dort der Schlüssel zur Lösung liegen könnte. Der Heilpraktiker fragte mich über meine Essgewohnheiten, Erkrankungen in der Kindheit (eine nicht enden wollende Liste) und sonstige Gewohnheiten aus und er sagte den entscheidenden Satz: „Ah, das ist also Ihr Belohnungssystem!“ Er meinte damit die vielen süßen Verlockungen, die ich mir zu jeder Tages- und Nachtzeit gönnte. Und dann hat es bei mir Klick gemacht. „Diese Art der Belohnung brauche ich nicht“, sagte ich mir spontan und entzog mir von einem Tag auf den anderen die Volksdroge „Zucker“ zu einhundert Prozent. Aber damit nicht genug. Ich verzichtete fortan, nachdem ich auch das zigfach im Internet gelesen hatte, auf jegliche Art von Getreide (Mehl, Brot, Nudeln) und Milchprodukte.

Vorher Nachher Beweis

Der Vorher-Nachher Beweis. Die Ernährungsumstellung zeigt Wirkung. Zwischen diesen beiden Bildern liegen ca. neun Monate.

Was isst die dann?

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich: „Was isst die dann, bleibt ja nicht mehr viel übrig!“ Das dachte ich Anfangs auch, aber das Lösungswort hieß in meinem Fall „Paleo“. Das Wort „Paleo“ bedeutet laut Wikipedia Steinzeiternährung, Steinzeitdiät. Das sagt eigentlich schon sehr viel aus. Es wird versucht, mit heutigen Lebensmitteln die Ernährung der Steinzeit nachzubilden, denn schließlich hatten die Steinzeitmenschen auch kein Toffifee, Golden Toast oder Haribo Goldbären (übrigens alles Dinge, die ich verdammt gerne verschlungen habe).

Es dauerte dann auch nicht lange, bis sich die ersten Erfolge eingestellt haben. Mein Heilpraktiker war fassungslos über meinen radikalen Verzicht all der Dinge, die mir in den letzten Jahren so ans Herz (und auch an die Hüften) gewachsen waren, aber meine Hautallergie wurde fast täglich besser und bis heute habe ich es tatsächlich geschafft, dass ich morgens nicht mehr vor Schreck erstarren muss, wenn ich mich zum ersten Mal im Spiegel betrachte. Ein wunderbarer Nebeneffekt war, dass ich ca. 10 Kilogramm Hüftgold verloren habe und das ganz ohne zu hungern.

Was sagt die Familie dazu?

Mit dieser Ernährungsumstellung habe ich natürlich (einmal mehr, ich hab öfters solche Ideen!)  meine Familie volle Breitseite getroffen und vor vollendete Tatsachen gestellt. Von heute auf Morgen keine Spaghetti, kein Brot und vieles andere. Das war eine echte Herausforderung. Dazu dann aber mehr im Teil 2 dieser Geschichte.

Weitere Infos zu Paleo findest du hier: https://www.paleo360.de/was-ist-paleo/

Einen interessanten Beitrag mit tiefgründigen und detaillierten Infos zu Paleo findet Ihr auch in dem Beitrag von Michaela Hinkel auf Deine Gesundheit.net.
https://deine-gesundheit.net/paleo-diaet-fuer-anfaenger/

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9 Kommentare

Kommentare

  • […] kräftig blauen Mäntelchen saß da Azzurro und trank einen schwarzen Kaffee ganz ohne Milch und ohne Zucker. Rosa war sofort Hals über Kopf verliebt und […] Weiterlesen[…] kräftig blauen Mäntelchen saß da Azzurro und trank einen schwarzen Kaffee ganz ohne Milch und ohne Zucker. Rosa war sofort Hals über Kopf verliebt und dann trinkt der auch noch schwarzen Kaffee! Das […] Weniger

  • […] Arbeit mit mir, war ich in dieser Zeit doch noch sehr hartnäckig von meinen Allergien geplagt (siehe „Vom Zuckerweib zur Honigbiene“), was das Schminken […] Weiterlesen[…] Arbeit mit mir, war ich in dieser Zeit doch noch sehr hartnäckig von meinen Allergien geplagt (siehe „Vom Zuckerweib zur Honigbiene“), was das Schminken und die damit verbundenen Schmerzen zu einer ziemlich komplexen Angelegenheit […] Weniger

  • […] Dem war aber bei Weitem nicht so. Da waren die Schmerzen meiner Allergie, die ich im Beitrag „Vom Zuckerweib zur Honigbiene“ beschrieben hatte, deutlich […] Weiterlesen[…] Dem war aber bei Weitem nicht so. Da waren die Schmerzen meiner Allergie, die ich im Beitrag „Vom Zuckerweib zur Honigbiene“ beschrieben hatte, deutlich schlimmer. Ich bezeichne diesen Vorgang auch nie als Diät, […] Weniger

  • Karin

    19. Januar 2017 at 20:11
    Antworten

    Ja, das kenne ich. Ist der Leidensdruck hoch genug, klappt so eine Ernährungsumstellung ganz gut. Auf Grund meiner Hautprobleme habe ich vor 1.5 Jahren auf basische […] WeiterlesenJa, das kenne ich. Ist der Leidensdruck hoch genug, klappt so eine Ernährungsumstellung ganz gut. Auf Grund meiner Hautprobleme habe ich vor 1.5 Jahren auf basische Ernährung umgestellt. Wegen meiner Fructoseunverträglichkeit ist für mich Zucker tabu. Mit Birkenzucker, Reissirup und Kokosblütenzucker klappt es sehr gut. Aber oft nervt mich das extra "gekoche" schon. Meine drei Männer mögen Hausmannkost. Da stehe ich schon viel in der Küche. Mein Körper dankt es mir aber täglich. Isst du gar kein Mehl? Auch keine Buchweizennudeln etc? Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg. LG Karin Weniger

    • Lina Bröckel
      zu Karin

      19. Januar 2017 at 20:25
      Antworten

      Hallo liebe Karin, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich verzichte auf Zucker in jeglicher Form, allerdings verwende ich auch Kokosblütenzucker, Ahornsirup, Honig und natürlich Obst. […] WeiterlesenHallo liebe Karin, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich verzichte auf Zucker in jeglicher Form, allerdings verwende ich auch Kokosblütenzucker, Ahornsirup, Honig und natürlich Obst. Ich habe das Glück, dass meine Familie, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, das Paleo-Konzept unterstützt. Mehl aus Getreide verwenden wir gar nicht mehr, lediglich Johannisbrotkern-, Mandel- und Kokosmehl kommt zum Einsatz. Eine liebe Freundin hat uns vor kurzem Nudeln aus Kastanienmehl gemacht – waren sehr lecker. Dir auch weiterhin viel Erfolg. Liebe Grüße Lina Weniger

  • petrasreiseblog

    17. Januar 2017 at 12:46
    Antworten

    Hallo Lina, ein sehr lesenswerter Bericht! Ich bewundere deinen Kampfgeist. Wir ernähren uns auch eher wie Steinzeitmenschen das rührt aber von anderen Ursachen. Bei uns hat […] WeiterlesenHallo Lina, ein sehr lesenswerter Bericht! Ich bewundere deinen Kampfgeist. Wir ernähren uns auch eher wie Steinzeitmenschen das rührt aber von anderen Ursachen. Bei uns hat Essen din Bedeutung von "sich ernähren" und Süßigkeiten war nie unsere Droge - dann lieber ein Stück Käse oder zwei Scheiben Schinken 😀 oder große Schüssel Salat. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg! Liebe Grüße Petra Weniger

    • Lina Bröckel
      zu petrasreiseblog

      17. Januar 2017 at 13:06
      Antworten

      Hallo liebe Petra, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Da bis du ja echt zu beneiden, wenn die schon von vornherein auf Süßes verzichten kannst, […] WeiterlesenHallo liebe Petra, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Da bis du ja echt zu beneiden, wenn die schon von vornherein auf Süßes verzichten kannst, ich musste das erst schmerzhaft lernen. Aber erst als der Leidensdruck hoch genug war, habe ich von einer Sekunde auf die andere diesen Entschluss gefasst und bis heute funktioniert es wunderbar. Die Ernährungsumstellung begleitet uns jeden Tag und es ist ein permanenter Veränderungsprozess. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag. Liebe Grüße Lina Weniger

  • Stefanie Brückner

    7. Januar 2017 at 8:55
    Antworten

    Hallo Lina, das ist ja eine echt krasse Geschichte, war bestimmt sehr schmerzhaft, oder?

    • Lina Bröckel
      zu Stefanie Brückner

      7. Januar 2017 at 13:22
      Antworten

      Hallo Stefanie, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, das kann man wohl sagen, der Leidensdruck war schon ziemlich hoch. Liebe Grüße Lina

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Über mich
Lina Bröckel

Hallo, mein Name ist Lina. Ich liebe es, mich mit dem Sinn unseres Daseins zu beschäftigen. Weiterlesen

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