Mit dem Brautkleid mitten ins Herz der Schwiegermutter – Teil 1

Wie alles begann

Als ich an einem Schwarzweiß-Sonntag auf Instagram die plötzliche Eingabe hatte, ein Brautbild von mir zu posten, da hat mich „Sonja_lein1“ mit Ihrem Kommentar zu dem Bild direkt auf eine Idee gebracht. Irgendwie kamen wir über das Brautkleid in unserer Unterhaltung auf das Top-Thema Schwiegermutter. Viele Frauen denken ja, dass sie irgendwie danebengegriffen haben, als es um die Verteilung der liebsten Schwiegermütter auf diesem Planeten ging.

Spontan habe ich mich an die erste Begegnung mit meiner Schwiegermutter vor 28 Jahren erinnert, wovon ich euch hier erzählen möchte.

Ich habe meinen heutigen Mann 1988 in einer, na ja wie soll ich das nennen, Disco, Bistro, ich glaube heute würde man Bar dazu sagen, kennengelernt. Bei unserer ersten Begegnung ging alles ziemlich zügig. Wir hatten sehr schnell eine gute Unterhaltungsebene gefunden und auch der erste Kuss ließ nicht sehr lange auf sich warten. Das war an einem Freitag Abend und wir haben uns dann direkt für den nächsten Abend an selber Stelle verabredet.

Kein Führerschein – keine Verabredung!

Leider hatte ich damals noch keinen Führerschein und war auf die Fahrdienstleistungen meiner damaligen Freundin und Kollegin Katja* angewiesen, was sich als echtes Problem herausstellen sollte. Tatsächlich war ich mit ihr am nächsten Abend wieder auf Achse, jedoch wollte sie, bevor wir in die Bar gehen, einen Abstecher auf das Cannstatter Volksfest machen, da es ja eh noch viel zu früh war für die Markushütte. So hieß der Schuppen, in dem ich verabredet war. Dieser Abstecher versaute mir mein Date auf ganzer Linie. Katja* meinte, sie müsse sich innerhalb kürzester Zeit 2 Maß Bier einverleiben, womit sich das Fahren mit ihrem postgelben VW Passat an diesem Abend erledigt hatte.

Was würde er wohl von mir denken? Die erste Verabredung und gleich versetzt! Das kann ja lustig werden. Da wir weder Telefonnummern, Handy gab es damals noch nicht, noch sonst irgend welche Daten ausgetauscht hatten, schien die Sache im Sande zu verlaufen. Wir hatten uns ja erst einmal gesehen und ich konnte mich nicht mehr so wirklich an Thomas erinnern. Wir hatten an dem ersten Abend auch eine gehörige Dosis Bacardi vernichtet, was zu dem etwas verschwommenen Bild von ihm beitrug. An was ich mich aber felsenfest erinnern konnte, war der goldene Ohrstecker, den er im linken Ohr trug. Das hatte etwas von einem „Steiff-Teddy“.

Es half alles nichts und so machten wir uns am nächsten Freitag einfach auf Verdacht wieder auf den Weg in die Bar, nachdem ich Katja* die ganze Woche über meinen Ärger um die verpatzte Verabredung hatte spüren lassen.

Wir sind ein Paar

Ich betrat die Markushütte und da war er! Mein Ohrstecker von letzter Woche. Es waren schon viele Besucher in der Bar aber irgendwie stach der „Steiff-Teddy“ so heraus. Ich konnte bombensicher sagen: „Das ist er!“. Verdammt, wie komme ich jetzt zum eigentlichen Thema dieser Geschichte, meine zukünftige Schwiegermutter? Na ja, wir verbrachten auf jeden Fall einen sehr schönen Abend miteinander und trafen uns uns von da an regelmäßig. Wir waren ein Paar.

Ein paar Wochen später, nach einem weitere heiteren Abend in der Markushütte überredete mich Thomas, mit ihm nach Hause zu gehen. Es war schon spät oder besser früh am Morgen so gegen 4 Uhr. Ich betrat zum ersten Mal das Haus meiner zukünftigen Schwiegereltern. Ich war mir damals schon sicher, dass ich diesen Mann eines Tages heiraten und mit ihm eine Familie gründen würde.

Zum ersten Mal bei ihm Zuhause

Thomas hatte mich gebeten, leise zu sein und so schlichen wir auf Strümpfen die sehr rutschige, dunkelbraune Holztreppe hinauf. Wir mussten in das zweite Obergeschoss, dort war Thomas’ Zimmer. Aber zuvor mussten wir noch ein Laken suchen, um das ausziehbare Sofa als Schlafstätte zu beziehen. Thomas suchte in einer Art Abstellkammer nach dem Laken solange ich noch damit beschäftigt war, die spiegelglatte Treppe mit nach unten gerichtetem Blick zu bewältigen um nicht auf dem Hosenboden wieder ins Erdgeschoss abzugleiten.

Wie gesagt, ich sah nur nach unten um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern. Plötzlich erblickte ich ein paar Füße in Filzpantoffeln direkt zwei Stufen über meiner Nase. Thomas konnte das nicht sein. Da stand sie vor mir in voller Pracht! Meine Schwiegermutter in spe, wie man sie sich aus einem schlechten Heimatfilm nicht besser hätte ausmalen können. Grußlos fing sie an, uns zu beschimpfen. Was uns einfallen würde, so spät nach Hause zu kommen, einen derartigen Lärm zu veranstalten und ihr ihren verdienten Schlaf zu rauben? Schließlich drückte sie uns ein Laken in die Hand und verschwand wieder in ihrem Schlafzimmer.

Die erste Begegnung mit meiner Schwiegermutter

Was war das denn jetzt? In welche Komödie bin ich hier geraten? Diese charmante Begegnung sollte unser Verhältnis in den nächsten Monaten prägen, denn die Beziehung zu meiner zukünftigen Schwiegermutter war in dieser Anfangszeit sehr distanziert und kühl. Ich war so etwas nicht gewohnt, war ich doch durch meine offene Art und meinen Charme eigentlich immer sehr beliebt. Das glaubte ich bis dahin zumindest. Eine derartige Ablehnung war mir total fremd. So zog sich das über die nächsten zwei Jahre mehr schlecht als recht dahin.

Die Monate vergingen, unsere Beziehung entwickelte sich wunderbar und wir waren bereits mitten in den Planungen für die Hochzeit. Nur das Verhältnis zu meiner Schwiegermutter kam einfach nicht vom Fleck. Ich zermarterte mir mein hübsches Köpfchen, wie ich an Sie rankommen könnte. Da kam mir DIE Idee!!

Fortsetzung folgt.

4 Kommentare
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Kommentare

  • […] Geschichte unserer Hochzeit konntet Ihr ja bereits in den Geschichten „Mit dem Brautkleid mitten ins Herz der Schwiegermutter“ […]

  • […] hat seine eigene Geschichte. So kann ich aus heutiger Sicht das Verhalten meiner Schwiegermutter (Mit dem Brautkleid mitten ins Herz der Schwiegermutter) mir gegenüber sehr viel besser […] Weiterlesen[…] hat seine eigene Geschichte. So kann ich aus heutiger Sicht das Verhalten meiner Schwiegermutter (Mit dem Brautkleid mitten ins Herz der Schwiegermutter) mir gegenüber sehr viel besser verstehen, nachdem ich ihre Geschichte in allen Details […] Weniger

  • Elvira Kaufmann

    1. Februar 2017 at 14:00
    Antworten

    Eine interessante Geschichte, bin gespannt mit welcher Idee du deine Schwiegermutter für dich gewinnen konntest. War evtl. nicht ganz einfach,

    • Hallo Elvira, vielen Dank, dass du auf meinem Blog vorbei geschaut und auch eine Nachricht hinterlassen hast. Wenn man die Lösung weißt, klingt es einfach und […] WeiterlesenHallo Elvira, vielen Dank, dass du auf meinem Blog vorbei geschaut und auch eine Nachricht hinterlassen hast. Wenn man die Lösung weißt, klingt es einfach und banal. Aber bis man diese Lösung gefunden hat, ist es in der Tat nicht so einfach. Lass dich überraschen. Liebe Grüße Lina Weniger

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Über mich
Lina Bröckel

Hallo, mein Name ist Lina. Ich liebe es, mich mit dem Sinn unseres Daseins zu beschäftigen. Weiterlesen

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