Das Leben ist wie eine Waschmaschine – Mal Schleudergang, mal Schongang

Das Leben kann manchmal schon verrückte Geschichten schreiben, aber wie sagt man so schön: „Das Leben ist kein Ponyhof!“ Unter diesem Motto möchte ich euch heute eine Geschichte erzählen, die wunderbar beschreibt, dass einen das Leben manchmal ganz schön durchrütteln kann. Das haben wir unserer „Rosa“ versucht, anhand einer Waschmaschine (mal schleudert sie, mal ist sie die Ruhe selbst), zu erklären. Rosa weiß das ja alles noch nicht, sie ist ja nur eine kleine, ahnungslose Tasse, die bei uns im ganzen Haus rum kommt! Diesmal war sie im Keller.

Es war im Jahr 1991, wir waren frisch verheiratet, hatten wenig Kohle aber eine Hochzeitsreise sollte es schon sein. So planten wir also eine Reise in den Süden und zwar in das wunderschöne Griechenland. Wie gesagt, das Budget war knapp bemessen und so planten wir eine Überfahrt mit dem Auto. Klingt verrückt, aber nachdem wir Jahre zuvor bereits eine Reise an die portugiesische Algarve (gibt mal eine separate Geschichte) mit einem 13 Jahre alten Golf Diesel mit 45 PS und ohne Klimaanlage überstanden hatten, sollte eine Fahrt nach Griechenland mit einem nagelneuen Ford Escort (mit Klimaanlage!) doch ein Klacks sein.

Erste Hürde: Balkankonflikt

Wir hatten eine Reise über Jugoslawien (kennt das noch jemand?) nach Chalkidiki geplant. Doch der Beginn des Balkankonfliktes machte uns bereits zu diesem Zeitpunkt einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Der ADAC hatte uns dringend empfohlen, die Route über Brindisi in Italien mit der Fähre, vorbei an der Insel Korfu, nach Igoumenitsa in Griechenland zu wählen. Zähneknirschend haben wir uns dann für diese Route entschieden, obwohl die Fährüberfahrt das erste kleine Loch in unser Budget gesprengt hat. Der erste Schleudergang lag also bereits schon Monate vor der Reise hinter uns.

Route Neckartailfingen - Chalkidiki über Brindisi (Italien)

Route Neckartailfingen – Chalkidiki über Brindisi (Italien)         Quelle: Google Maps

Neue Route über Italien

In den folgenden Monaten hatten wir uns mit der neuen Route angefreundet. Mit unserem nagelneuen Ford Escort machten wir uns also auf den Weg nach Brindisi. Die knapp 1.500 Kilometer lange Fahrt entlang der italienischen Adriaküste verlief unspektakulär im Schongang. Unsere Fähre in Brindisi hatten wir pünktlich erreicht. Die Überfahrt sollte um 13 Uhr beginnen und ca. 8 Stunden dauern. Da die Überfahrt bei Tag stattfinden sollte, hatten wir (das Budget lässt grüßen) keine Kabine gebucht. Was sich in den nächsten Stunden am Anlegeplatz der Fähre abspielen sollte, war ein Schauspiel sonders Gleichen.

Hürde 2: Fähre steckt fest

Wir erfuhren scheibchenweise, dass sich die Beladung der Fähre Stunde um Stunde verzögern wird, da es Probleme beim Entladen geben würde. Nanu, legt die Fähre hier zum ersten Mal an? Was war das Problem? In der Tat kann man es kaum glauben. Das Problem war die Ausfahrt mehrerer Sattelzüge aus der Fähre. Da der Höhenunterschied zwischen Fähre und Kaimauer zu hoch war, stießen die LKW’s immer an der Decke der Fähre an, wenn Sie über die Rampe ausfahren wollten. Unfassbar, wie oft dieser Vorgang wiederholt wurde, ehe man die Fähre an einen anderen Anlegeplatz umleitete. Sage und schreibe 6 Stunden hat diese Aktion gedauert. Dieses Drama hatte zur Folge, dass die Überfahrt erst gegen 19 Uhr begann und die halbe Nacht dauern würde, und das ohne Kabine.

Hürde 3: Fährüberfahrt bei Sturm und Regen

Das kann uns doch nichts anhaben. Wir haben uns vorsichtshalber unsere Strandliege und eine Decke aus dem Wagen mitgenommen und unser Nachtlager auf Deck unter einer rostigen Treppe aufgeschlagen. An Schlafen war allerdings nicht zu denken. Die Überfahrt gestaltete sich als ziemlich unruhige Angelegenheit mit heftigem Sturm und Regen. Ein junger Mann von der Besatzung hat uns schließlich aufgefordert, unser Schlafgemach ins Innere zu verlegen. Am frühen Morgen kamen wir total gerädert auf dem griechischen Festland an.

So, aber jetzt beginnt der Urlaub. Nur noch schlappe 450 Kilometer bis zu unserem Zielort Marmaras auf Chalkidiki. Die Fahrt über teilweise passähnliche Gebirgsstraßen verlief zwar zäh aber im Großen und Ganzen ohne Zwischenfälle bis Saloniki. Der Stadtverkehr in Saloniki gleicht allerdings eher einer Autoskooter-Fahrt auf der Kirmes, als einem geregelten Innenstadtverkehr einer mitteleuropäischen Großstadt.

Fortsetzung folgt!

1 Kommentare
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Kommentare

  • Lamy

    7. März 2017 at 21:58
    Antworten

    Ich liebe Diese Tasse hoffe ich darf Sie persönlich kennenlernen 👍🏼🍀

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Über mich
Lina Bröckel

Hallo, mein Name ist Lina. Ich liebe es, mich mit dem Sinn unseres Daseins zu beschäftigen. Weiterlesen

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